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aaHilda Breer

wurde am 15. Juni 1931 in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Sie war noch ein Kind, als sie ihre
ersten musikalischen Schritte in der Grundschule machte. Bereits mit 15 Jahren sang sie als Sopran-Solistin im Chor der Universität der Stadt La Plata, unter der Leitung von Rodolfo Kubik. Ebenfalls hat sie in dieser Gruppe unter der Leitung von Heitor Villalobos gesungen.  Gleichzeitig mit der Abiturprüfung hat Hilda Breer ein Studium am „Conservatorio Carlos Lopez Buchardo“ begonnen, dass geleitet wurde von Alberto Ginestra, mit dem sie auch Kompositionsstudien betrieben hat. In derselben Einrichtung hat sie mit dem Gesangsunterricht bei der berühmten Sopranistin Isabel Marengo be
gonnen und die Schauspielkunst bei Carlos Perelli und Milagros de la Vega studiert.

Ihr Repertoire hat sie bei Editha Fleischer und Jasha Galperin verfeinert.   Hilda Breer hat bei zahlreichen Konzerten in Buenos Aires gesungen, sie  war im staatlichen Rundfunk  „en el Sodre de Montevideo“ zu hören, begleitet wurde sie dabei von so hochrangigen Pianisten wie Antonio Tauriello, Jorge Fontella und Carlos Berardi. Experimental Theater hat sie ebenfalls gespielt und wurde von Narciso Ibañes Menta für eine Rolle im „Dialog der Karmeliter“ ausgewählt.

Im Jahre 1956 reiste sie nach Venezuela. Sie erhielt einen Vertrag beim staatlichen Fernsehen und der „Venevision“ - und blieb.  Ihre künstlerischen Aktivitäten verteilten sich nun auf das Theater, den Gesang so-wie Auftritte im Fernsehen und Rundfunk. Hervorragende Erfolge feierte sie bei ihren Auftritten in Opern, in Zarzuelas, der Kammermusik und im Theater. Sie hat Werke für Solisten und Orchester gesungen und interpretierte auch Strawinsky, Joaquin Nin, Gustav Mahler, Mozart und andere. Mit den Sinfonieorchestern von Venezuela und Maracaibo ist sie aufgetreten als Solistin in der 9. Sinfonie von Beethoven, dem Requiem von Mozart, verschiedenen Werken von Komponisten aus Venezuela, wie Inocente Carreño, Isabel Aretz und Blanca Estrella de Mescoli. Hilda Breer hatte die Ehre in mehreren Konzerten begleitet zu werden von dem Maestro Antonio Lauro mit dem Thema „Die Gitarre und die Stimme“.

Mit der Gruppe „Musica Antigua“, gegründet und geleitet von Ruth Gosewinkel, und auch mit dem Collegium Musicum der Universität Bonn (eine Gruppe, die mehrmals eingeladen wurde von der Universität Caracas) hat sie zahlreiche Konzerte gegeben, u. a. Werke von Telemann, Händel, Loeillet, Felicitas Kukuck und Bach. Sie hat Opern gesungen unter der Leitung von Michelangelo Veltri, Emerson Buckley und Paul Ethuin. Sie war zu hören in Rollen wie Alice Ford (Falstaff), Olga (Fedora) oder der Sophie (Werther). Sie trat auf neben Claudia Parada, Fedora Barbieri, Giorgio Zancanaro und dem unvergesslichen Alfredo Kraus. Sie erhielt hervorragende Kritiken und galt als eine der begabtesten Künstlerinnen dieser Zeit in Venezuela. Sie sang auch die Rolle der Pamina aus der „ Zauberflöte“  und Donna Anna aus „Don Giovanni“  von Mozart.  Weiterhin war sie Professorin für Gesang an der Opernschule von Caracas und arbeitete dort gleichzeitig mit dem Chor der Universität.

Als Schauspielerin im Theater hat sie teilgenommen an der Uraufführung von „Asia y el Lejano Oriente„ von Isaac Chocron unter der Regie von Roman Chalbaud – diese Aufführung, wurde auch in Bogota präsentiert. Hilda Breer hat mitgewirkt an der Inszenierung des bekannten Theaterstücks von Levy Rossel, „Vimazoluleka“ sowie bei verschiedenen Werken im Festival „Sternstunden des Theatro Universal“  unter der Regie von Guillermo Montiel und Gilberto Pinto. Unter der Regie von Romeo Costea spielte sie mit in „El Señor de Falidor“, einem Theaterstück, das auf einer Erzählung von Bocaccio basiert. Sie übernahm Rollen in „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch unter der Regie von Gilberto Pinto  und verschiedenen Komödien mit der Gruppe von Natalia Silva.

Hervorragende Auftritte hatte sie im staatlichen Fernsehen neben so bekannten Schauspielern wie Paul Antillano,  Esteban Herrera, Jose Antonio Gutierrez, Luis Pardi, Enrique Benshimol - immer erhielt sie überragende Kritiken der Fachpresse. Die Stimme von Hilda Breer war 20 Jahre sehr bekannt im Nationalen Rundfunk. Die Presse lobte die literarischen und musikalischen Programme, zu denen sie Persön-lichkeiten des kulturellen und politischen Lebens von Venezuela eingeladen hatte.  Sie wurde mit ihren Arbeiten als Schauspielerin sehr populär bei Radio Caracas Television, Televisa und Televisora National.     Auch hat sie in bekannten Telenovelas gespielt, wie „Lucecita“, „La señorita Elena“, „Esmeralda“, „Una Muchacha Ilamada Milagros“, „La Loba“ und anderen. Für ihre Arbeit in „Adoro„ in der Rolle der „Mayora“ hat sie im Jahre 1968 die Preise „Guaicaipuro“ und „Mara de Oro“ gewonnen.

Ihre besten und beliebtesten Kolleginnen und Kollegen waren: Eva Blanco, Marta Lancaster, Ivonne Attas, Rene de Pallas, Adita Riera, Amelia Roman, Marina Baura, Yolanda Mendes, Hugo Pimentel, Jose Bardina, Orange Delfin, Paul Antillano, Zoe Ducos, Margot Antillano und Esperanza Magaz ... und viele andere, an die sie sich immer noch gerne erinnert. Als Sprecherin hat sie auch Werbung für zahlreiche bekannte Firmen der Wirtschaft u. Syncronisation für Dokumental-Filme gemacht. Im Jahre 1980 siedelte Hilda Breer nach Deutschland über. Wegen familiären Verpflichtungen entfernte sie sich von den künstlerischen Aktivitäten, trotzdem hat sie in verschiedenen Konzerten mit spanischer und lateinamerikanischer Musik gesungen. Eines dieser Konzerte wurde mit großem Interesse in dem Programm  „Mosaik“ des Senders WDR 3 in Köln kommentiert. Sie sang auch am internationalen Festival von Iserlohn unter der Leitung von Gotthard Gerber und erhielt großartige Bewertungen. Als Stimmbildnerin arbeitete sie einige Zeit mit dem Chor der Universität Köln.   Derzeit ist Hilda Breer nur als Privatgesangspädagogin tätig. Sie arbeitet auch als Stimmbildnerin im Kirchenchor Marmagen (Nettersheim/Eifel) und in anderen Gruppen.  

Einige Kommentare der Presse:

In der Intimität des Museums für zeitgenössische Kunst gab Hilda Breer, eine Sängerin die zweimal nachdenkt, bevor sie dem Publikum das Ergebnis ihrer Disziplin vorführt, ein „schwieriges“ Programm für einen ausgewählten kenntnis- reichen Kreis. Die Solistin nahm sich Zeit zum Warmwerden. Bei „Posate, dormite“ von Bassani, hatte Breer bereits ihre gewohnte, intime und anregende Form erreicht, wobei sie sich Einzelheiten und Feinheiten hingab, die sehr wenige der inländischen Solisten in diesem Genre erreichen. Der erste Teil schloß mit 3 Liedern von Richard Strauss, die sie mit lobenswerter Stiltreue sang, begleitet von Susana Frangi. Breer ihrerseits brachte ihre
gesamte Erfahrung als Schauspielerin zur Anwendung, um den erforderlichen Nutzen aus den 6 Stücken von Luis Gianneo zu ziehen, und sie gewann die Sympathie der Zuhörer mit ihrer lebhaften Interpretation des letzten und glänzend in dem Satz „ Jetzt ist mir die Lust vergangen“, gesagt mit unwiderstehlicher Ungezwungenheit.  Das Beste des Programms waren die Lieder von Fernando Obradors. Breer gab eine Version von „La mi sola, Laureola“, die einige
Kollegen gehört haben müssen um zu sehen, was es heißt, sämtliche Möglichkeiten des mittleren Registers wirklich anzuwenden, welche Ausdruckmöglichkleiten Mezzo-Piano und Piano-Gesang in der Mittelzone haben, wie sich der Ton verdunkelt, ohne daß sich eine offenkundige Verstellung ergibt. Und bei ihrer Ausführung von „Al amor“ muß ohne Zweifel angemerkt werden: sie singt das spanische Genre wie die großen iberischen     Sänger. Letzteres gilt besonders für „Chiquitita, la Novia“, großartig im Ausgleich  zwischen dem Klassischen und dem Flamenco. Schließlich brachte sie ihre gereinigte Pianissimi-Technik in „Del cabello mas sutil“ vollständig zum Ausdruck.   
Vieles ihres Repertoires (einschließlich die Lieder von Maria von Hindemith) müßte aufgezeichnet bleiben.   

Gustavo Tambascio, Caracas 1978:

 Breer erreichte ihren glänzendsten Augenblick mit „Tu Mancavi“ schwermütige und gelassene Melodie von Cesti, die steinerne und gefühllose Mauern durchdringen kann. Der Vortrag war einwandfrei; die Nuß, der Kern, eingewickelt in einer Form ursprünglicher aber sinnlicher und naheliegender Linien. Die gefühlvolle Ergänzung zu der Arie war zweifellos „Ach ich fühl“, die schwermütige, kryptische, innerliche und tiefe Passage der Pamina in dem freimaurerischen mozart’schen Monument.  Breer verdunkelte ihre Stimme, machte höchsten Gebrauch von den Möglichkeiten ihres mittleren Registers und zeigte, wie Dramatik mit klassischer Strenge kombiniert werden kann.  Es ist unvermeidbar ein festliches und dissertatives Korollarium: eine solide Technik und eine Dosis von Askese und künstlerischem Ernst erlauben immer viele Jahre und gut zu singen.   nach oben